THE LOVERS Academy: 05.10.2018 Salon Mondaine #23, Courage – Mut & Menschlichkeit, Berlin, Kabbalah Center


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Der 23. Salon Mondaine – für Female Empowerment & Leadership – fand dieses Mal im Kabbalah Center in Berlin Schöneberg statt. 130 Frauen versammelten sich an diesem lauen Herbstabend in den beeindruckenden Räumlichkeiten des Centers und lauschten den ernsten, aber auch humorvollen Geschichten und Impulsen über Mut der drei Speakerinnen. Der Salon Mondaine wurde 2010 von Yasmine Orth ins Leben gerufen und erforscht als Symposion zu verschiedenen Themen moderne Weiblichkeit und weibliches Unternehmertum. So wird die Transformation unserer Zeit sichtbar, so erschaffen wir durch Co-Creation gemeinsam neue Perspektiven und Lösungen für mehr Kreativität, Zukunftsfähigkeit und Zusammenhalt in der Gesellschaft. Zur Vertiefung findet vom 09.-11.11. unser nächstes “Lead with Love-Coaching & Yoga Retreat” statt.

Mit Düzen Tekkal (Journalistin und Kriegsberichterstatterin), Kristina Lunz (Mitbegründerin und Deutschlanddirektorin Centre for Feminist Foreign Policy), Leyla Piedayesh (Gründerin und Kreativdirektorin Lala Berlin), Saskia Baumgart (Musik), Annette Söhnlein (Meditation, The Lovers), Andrea Thilo (Moderation) und Yasmine Orth (Gastgeberin und Gründerin The Lovers).

“The more you are motivated by love, the more fearless and free your action will be.” – Dalai Lama

Text: Nadja von Bossel, Redaktion: Marén Balkow, Fotos: Nora Tabel
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Es schien wie eine besondere Fügung, dass das Thema „Mut“ für den 23. Salon Mondaine als Thema gesetzt war. Denn für ihren Mut sollen auch zwei Menschen geehrt werden, die an diesem Tag in Schweden als Träger des diesjährigen Friedensnobelpreises bekannt gegeben wurden. Neben dem kongolesischen Gynäkologen Denis Mukwege geht der Preis an die Jesidin Nadia Murad, ehemalige Sklavin des IS und heute Menschenrechtsaktivistin, für ihre Anstrengungen, der sexuellen Gewalt als Kriegswaffe ein Ende zu bereiten.

Murad fand ihre Stimme als Aktivistin auch durch die Hilfe von Düzen Tekkal, die an diesem Abend in Berlin Schöneberg auf der Bühne saß, und die Murad vor einigen Jahren fürs deutsche Fernsehen porträtierte, ihr somit ein Gesicht in der Öffentlichkeit verlieh.

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Gewürdigt wurde die Journalistin Düzen Tekkal, deren jesidisch-türkische Eltern einst aus der Türkei nach Deutschland flohen, von einer guten Freundin – Diana Kinnert, CDU-Politikerin, Unternehmerin und ehemalige Speakerin des Salons, erhob sich gleich zu Beginn von ihrem Platz im Publikum und beschrieb für alle Anwesenden, welchen Mut Tekkal und Murad in den letzten Jahren bewiesen hätten, dies sei nun prominent gewürdigt worden und ein Grund, an diesem Abend auch zu feiern.

Bevor die Diskussion startete, sorgte die gefühlvolle Musik von Saskia Baumgart dafür, alle Anwesenden ankommen zu lassen.

Nicht nur Diana Kinnert, auch Diana Doko (Freunde fürs Leben e.V.) und viele weitere ehemalige Speakerinnen waren an diesem Abend gekommen, um sich mit dieser wichtigen Fähigkeit, dem Mut, auseinanderzusetzen. Was bedeutet es eigentlich mutig zu sein? Gehört auch Wut dazu? Und was können wir tun, wenn uns die Angst den Mut rauben will?

„Gerade in diesen politisch und ökologisch bewegten Zeiten ist es wichtig, dass wir für das Leben aufstehen und Mut beweisen.“

Für Gründerin und Initiatorin Yasmine Orth heißt Courage, den Mut zu haben, sich von seinem Herzen leiten zu lassen. So begleiteten Yasmine und die Journalistin Andrea Thilo durch diesen spannenden Abend. An diesem „Ort des Vertrauens“, wie Düzen Tekkal es nannte, diskutierten sie mit Tekkal und zwei weiteren Frauen, die jede auf ganz eigene Weise großen Mut im Leben bewiesen. Das Podium war sich einig, dass Mut nichts mit der Abwesenheit von Angst zu tun hat, und dass es ein Gefühl oder eine Fähigkeit ist, welches aus unserem tiefsten Inneren, aus dem Bauch heraus, entsteht.

„Für Gründerin und Initiatorin Yasmine Orth heißt Courage, den Mut zu haben, sich von seinem Herzen leiten zu lassen.“

Mut – Ein befreiendes Gefühl

Einst mit ihren Eltern aus dem Iran geflohen, bewies die Kreativchefin des Modelabels Lala Berlin, Leyla Piedayesh, im letzten Jahr auch öffentlich ihren politischen Mut. Am Ende ihrer Show bei der Copenhagen Fashion Week hielt sie ein Schild mit dem Satz

„I’m an immigrant“

in die Kameras, statt sich zu verbeugen. Anlass war der von Donald Trump am selben Tag veranlasste „Immigration Ban“ der USA. Der Beschluss schockierte Leyla so sehr, dass sie wusste, sie müsse jetzt handeln. Zu groß war damals ihre Wut, um einfach nur vor dem Fernseher zu sitzen und zuzuschauen, erzählt sie. Aber eigentlich sei sie ja „immerzu so schrecklich wütend“. Wut als wohl größten Katalysator für den Mut, den sie immer wieder im Leben bewies.

Bevor Leyla zu einer der erfolgreichsten Designerinnen Deutschlands wurde, arbeitete sie als Musikjournalistin bei MTV. Ihrem Modelabel ging voraus, dass sie ihren Job bei MTV hinschmiss, als der Sender von Jamba gekauft wurde, nach Berlin zog, nicht wusste, was folgen sollte und dann einfach mit einer Freundin auf der Couch zu stricken begann. Irgendwelchen Ansprüchen der Eltern oder der Gesellschaft zu genügen, war ihr unterdessen egal, und eher aus Leichtigkeit statt Erfolgslust, kam es zur Gründung von Lala Berlin. Sie hörte auf zu denken und machte das, was aus ihrem Herzen kam. Diese Courage, ohne Einschränkungen seinen Weg zu gehen, beschreibt Leyla als sehr befreiend. Dabei war Angst für sie nie ein großer Faktor, denn sie weiß,

„egal was passiert, es geht immer weiter“.


Mut bedeutet nicht die Abwesenheit von Angst

Ganz anders bei Kristina Lunz, für die Angst ein ständiger Begleiter ist, wie die 29-Jährige zugibt. Doch davon lasse sie ihr Leben nicht bestimmen. „Mut bedeutet nicht die Abwesenheit von Angst, sondern, dass du es trotzdem machst“, erklärt sie. Immer wieder trifft die Mitbegründerin und Direktorin des Centers for Feminist Foreign Policy auf starre Strukturen und Mindsets in der Politik, gegen die sie sich jedes Mal aufs Neue auflehnt. Auch bei ihr war es die Wut, die sie dazu brachte, ihre erste Kampagne gegen den Sexismus in der Bildzeitung zu starten. Diese Wut, die auch eine zerstörerische Kraft haben kann, lernte sie durch ihre Mentorin, ehem. Speakerin des Salons und dreifach nominierte Friedennobelpreisträgerin Dr. Scilla Elworthy für sich zu nutzen, erzählt Kristina, und zu ihrem inneren Motor, ihrem Antrieb, zu machen.

Kristina Lunz

Durch ihre klaren politischen Statements , dem Publikmachen ihrer Sicht auf die Dinge, machte sie sich mit den Jahren dann auch angreifbar und zog ebenso Hohn wie Bewunderung auf sich. Doch auch sie hörte auf, es allen recht machen zu wollen, und akzeptierte, auf ihrem Weg eben auch auf Ablehnung und Anfeindungen zu stoßen. In der Politik will sie, dem prozentualen Anteil der Weltbevölkerung entsprechend, 51 Prozent mutige, starke Frauen sehen und damit alte Strukturen aufbrechen. Stärke zu zeigen, sagt die Politikwissenschaftlerin und Diplomatin, sei dabei ebenso wichtig wie auch zu seiner Vulnerabilität zu stehen.

Mut als Herzensentscheidung

Düzen Tekkal weiß ebenso, dass sie nicht härter sein muss, um als Frau in der öffentlichen Auseinandersetzung akzeptiert zu werden. Für sie ist ihr radikaler und zum Teil lebensgefährlicher Weg, immer wieder in die umkämpften Gebiete der Jesiden zu reisen, eine Herzensentscheidung, wofür sie sich immer wieder nach außen erklären muss. Sie sei darauf nicht stolz und oft habe sie auch Angst, aber „ich tue eben, was ich tun muss“. Düzen reiste in den vergangenen Jahren mehrmals in Kriegsgebiete, um die oftmals ignorierte Geschichte der Jesiden immer wieder zu erzählen. Als sie sich zum ersten Mal aufmachte, beschloss sie, den Menschen der ehemaligen Heimat ihrer Eltern beizustehen und ihnen zu helfen, wo sie konnte.

Düzen Tekkal

Als Erste zeigte sie jesidische Frauen in ihren Fernsehreportagen, die aus IS-Gefangenschaft und (Sex)sklaverei befreit wurden. Und das auch gegen den Widerstand der Jesiden selbst, die nicht akzeptieren wollten, dass das unverschleierte Gesicht einer geschändeten Frau öffentlich gezeigt wird. Für Tekkal selbst sind diese Frauen die größten Vorbilder, mit ihrem Mut und ihrer Kraft inspirieren sie sie immer weiter zu machen. So ist die Arbeit der Journalistin ein aktives Handeln gegen die Angst. Denn für Düzen ist es entscheidend, sich den eigenen Ängsten zu stellen und in diese „hineinzugehen“.

„Ich liebe das Leben und deswegen kämpfe ich dafür“,

erklärt sie.

Um den Mut in sich zu stärken und auch das Gefühl der Zusammengehörigkeit, führte Annette Söhnlein alle Frauen im Saal durch eine Meditation – mittlerweile ein festes Ritual bei den Veranstaltungen von The Lovers.

Nach der mitreißenden Diskussion, moderiert von Andrea Thilo und Yasmine Orth, wurde das Podium geöffnet und Fragen und Impulse aus dem Publikum gehört. Es wurde deutlich, wie wichtig es ist, genau solche Räume wie den Salon Mondaine zu finden, um sich auszutauschen sowie sich seine Neugierde auf das Leben und dessen Vielfalt zu erhalten.

„Ich habe gerade so Herzklopfen, dass ich es fast nicht aushalte“,

beschrieb Gast und Schauspielerin Clelia Sarto ihr Erleben nach der Diskussion. Wie viele andere Frauen an diesem Abend, spürte sie, dass durch das Zusammenkommen und die Gemeinschaft etwas bewegt werden kann.

Ein kleiner Schmetterlingsschlag, der weitere mutige Taten nach sich ziehen kann. Der Abend endete mit einer musikalischen Klammer von Saskia Baumgart, in der alle Teilnehmerinnen miteinander eine gemeinsame Stimme fanden und mitsangen. Was bleibt ist die Gewissheit, dass der Mut, seiner eigenen Stimme zu folgen, essentiell für ein sinnstiftendes und erfülltes Leben ist. Dass es entscheidend ist, mutig zu sein und Verantwortung für sich selbst und damit auch für die Gesellschaft zu übernehmen.

Diana Doko (Freunde fürs Leben e.V.)

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Und so haben Speakerinnen und Gäste den Abend empfunden:

„Es war eine ganz besondere und energetische Atmosphäre, die dazu einlud, etwas mehr über sich Preis zugeben, als ich das sonst mache. Es war ehrlich und inspirierend, im Anschluss bin ich glücklich nach Hause getaumelt mit dem Gefühl, dass ich wunderbaren Menschen begegnet bin, die mich mitgenommen haben. Einen großen Anteil daran hast Du liebe Yasmine ❤

Düzen Tekkal, Gründerin von hawar.help

„Meine politische Arbeit für eine Welt, die wie ich denke gerechter wäre, ist oft erschöpfend und anstrengend. Beim Salon Mondaine haben wir viel darüber gesprochen – doch es war kein bisschen anstrengend an dem Abend. Ganz im Gegenteil: ich fühlte mich danach so entspannt und voller Energie wie selten – “nurtured”. Yasmines Salons haben diese Magie, die man sonst wenig findet.”

Kristina Lunz, Gründerin von Center for Feminist Foreign Policy

„. und wenn du denkst, du stehst mit all deinen Ideen und Gedanken alleine da, dann schau dich um! Da sind sie… All diese wunderbaren Frauen mit messerscharfem Verstand, elektrisierten Synapsen und überquellenden Herzen. Sie sind viele. Wir sind viele. Verdammt viele.”

Clelia Sarto, Schauspielerin und Gründerin von The Planterz

„Wow, was für ein Abend! Danke an The Lovers, dass ihr so tolle und wagemutige Frauen auf die Bühne bringt. Davon kann man viel lernen, sich bei euch immer wieder selbst ermutigen lassen und Energie und Kraft fürs Eigene mit nach Hause nehmen!”

Marion King, Gründerin „Les Enfants Terribles – Schule für gutes neues Arbeiten“

„Danke Euch! Ich habe den Abend mal wieder sehr genossen und bin inspiriert nach Hause gegangen und er wirkt noch nach, da ich gerade heute Mittag mit meinen Studenten über die Veranstaltung gesprochen habe. Und wir haben lange über Wut und Mut im Unterricht gesprochen.“

Diana Doko, Verein „Freunde fürs Leben“

„Ich fand den Abend eine großartige Bereicherung und die Speaker — die ich teilweise noch nicht kannte — wirklich inspirierend. Und das ging scheinbar nicht nur mir so.“

Naomi Ryland, Co-Founder „tbd. Community“

„Es war so wundervoll!!! Die Atmosphäre war warm, liebevoll und ausgeglichen. Alle Frauen auf der Bühne waren unwahrscheinlich inspirierend, inklusive der Moderatorinnen! Ich komme sehr gern wieder und freue mich jetzt schon aufs nächste Mal. Vielen Dank für diesen tollen Salon!“

Claudia Hildebrandt, Teilnehmerin

„Community: beyond shared values a key characteristic of community is the level of interaction. It became so easy to be virtually connected to like-minded people. AND there is something about actually being together,exchanging ideas and stories,sharing laughter and relating physically, even just a hello-kiss here ,a clink of glasses or a little hug there. Salon Mondaine is valuable input and inspiration AND it’s community-building par excellence. Happy to be part of it!“

Lea Sölter, The Lovers e.V., Yogalehrerin

„Der 23. Salon Mondäne war eine beeindruckende Zusammenkunft von außergewöhnlich starken Seelen, im Namen des Friedens und des Mutes, den es braucht, um die Courage aufzubringen, die es braucht, um aufzustehen, die eigene Stimme zu erheben.
Wie das möglich und machbar ist, wurde deutlich an diesem intensiven Abend.
Dass Düzen Tekkal, eine der eingeladenen Sprecherinnen, mitverantwortlich ist für den Friedensnobelpreis, der am selben Tag verliehen wurde, erschien wie ein wahrgewordenes Wunder. Ein besonderer Ort, an dem weibliche Weisheit sich erheben kann, um in die Freiheit zu fliegen.“

Saskia Baumgart, Musikerin

„Hearing these incredible women speak about their anger, their frustration and their courage to keep on fighting despite societal expectations, structural discrimination and outright threats of bodily harm to themselves and their families, I had goosebumps on my skin and butterflies in my stomach. All three of them told us incredibly openly and vulnerably about themselves, their story, their struggles. All of them embody the main principle I try to live by: start with yourself – but don’t stop there! Thank you for your courage & authenticity, Düzen Tekkal, Kristina Lunz, and Leyla Piedayesh. And thank you Yasmine Orth for shining a light on them, so that we may be inspired and en-couraged!”

Francesca von Groß, Berlin School of Mind & Brain

 


Unser Dank gilt unseren Partnern
und natürlich dem ganzen Team!

Die Sprecherinnen, Moderation, Musikerin und Gastgeberin sind ausgestattet worden von unserem Premium-Partner hessnatur. Wir danken unseren weiteren Partnern wie dem Kabbalah Centre Berlin und unseren Medienpartnern enorm, good impact und Himbeer.

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Unser nächstes „Lead with Love“ Retreat – 09.-11.11.2018

Yoga Retreat & Coaching Workshop #9 „Freiheit und Verantwortung“ mit Jeannette Gusko (Deutschlandchefin GoFundMe) & The Lovers Team »


Unsere Speaker

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